Die Wissenschaftsjournalistin und Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim hat in Wien für eine politisch aktive Rolle der Wissenschaft plädiert. Bei einem Vortrag zur Langen Nacht der Forschung, zu dem der Wissenschaftsfonds FWF und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingeladen hatten, sprach sie darüber, wie sich Wissenschaft „zwischen all dem Geschrei hörbar macht“.
Nguyen-Kim gilt als eine der einflussreichsten deutschsprachigen Wissenschaftserklärerinnen. Die studierte Chemikerin erreicht mit Fernsehsendungen, Millionen Followern in sozialen Medien und populären Sachbüchern ein großes Publikum. Während ihres Engagements für Aufklärung in der Corona-Pandemie wurde sie wie andere Fachleute teils heftigen Anfeindungen ausgesetzt.
Die 37-Jährige tritt nach eigenen öffentlichen Aussagen nicht zurückhaltend auf, wenn es um politische Einordnung geht. Der angekündigte Einstieg in die Politik vor zwei Jahren erwies sich zwar als Finte, unpolitisch ist Nguyen-Kim nach diesem Auftritt aber nicht. In Wien machte sie deutlich, dass Wissenschaft aus ihrer Sicht eine aktivere Rolle in gesellschaftlichen Debatten übernehmen sollte.
Für ihre Position nimmt Nguyen-Kim auch Hass in Kauf. Der Umgang mit Anfeindungen gehört für sie offenbar zu dem Preis, den sie für ihre Sicht auf die Rolle von Wissenschaft und Öffentlichkeit akzeptiert. Bei dem Gespräch vor dem Vortrag erschien sie mit Personenschutz.














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