Für das Pilotprojekt einer sechsjährigen Volksschule haben sich in Kärnten bis zum Stichtag am Freitag drei Standorte beworben. Am Ende blieben die Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule Kärnten in Klagenfurt, die Volksschule Wolfsberg und die Volksschule Arnoldstein übrig. Mehrere weitere Schulen, die zunächst Interesse gezeigt hatten, mussten ihre Bewerbungen wieder zurückziehen.
Der Schulversuch soll bereits im kommenden Schuljahr starten. Das Bildungsministerium hat die Teilnahme ausgeschrieben, die endgültige Entscheidung über die Standorte soll zeitnah fallen. Ab November sollen die Vorbereitungen für die ausgewählten Schulen beginnen.
Rund zehn Schulen in Kärnten hatten sich ursprünglich mit dem Konzept befasst, das auf mehr Zeit und weniger Druck im Unterricht setzt. Im Vergleich dazu gab es in der Steiermark keine Bewerbung.
Land kritisiert Bund
Die Kärntner Landespolitik sieht das Verfahren kritisch und wirft dem Bund Hürden bei der Umsetzung vor. Für die Praxisvolksschule in Klagenfurt ist der Schulversuch nach Angaben von Direktorin Ingrid Strießnig eine Möglichkeit für mehr Chancengerechtigkeit. Schülerinnen und Schüler hätten bis zur Entscheidung über ihren weiteren Bildungsweg mehr Zeit, um Begabungen und Stärken zu entfalten, sagte sie.
Eine längere Bildungspflicht ist mit der sechsjährigen Volksschule nicht verbunden. Nach den sechs Jahren wechseln die Kinder in die dritte Klasse von Gymnasium oder Mittelschule. Die Sorge vieler Eltern, dieser Sprung sei zu groß, könne man ihnen nehmen, sagte Strießnig. Die Kinder hätten zwar andere Rahmenbedingungen, aber die gleichen Kompetenzen.
Mit dem Modell will Österreich sich laut den Angaben dem europäischen Trend annähern. Nur in sieben EU-Ländern dauert die Volksschule derzeit vier Jahre. In den meisten Staaten verbringen Schülerinnen und Schüler mindestens fünf Jahre oder länger gemeinsam im Pflichtschulsystem.













