Der Tourismus-IT-Anbieter Feratel hat einen Datenmissbrauch bestätigt. Über eine Schnittstelle eines Drittanbieters seien Buchungsdaten aus dem System missbräuchlich genutzt worden, um Gäste mit betrügerischen WhatsApp-Nachrichten zu kontaktieren. Nach Angaben des Unternehmens ist Kärnten davon nach aktuellem Wissensstand nicht betroffen.
Feratel teilte mit, dass mehrere Destinationen gemeldet hätten, ihre Gäste hätten verdächtige WhatsApp-Nachrichten erhalten. Das Unternehmen erklärte auf Anfrage, nicht selbst gehackt worden zu sein. Vielmehr sei ein Drittanbieter betroffen, dessen Schnittstelle missbräuchlich verwendet worden sei. Wie es genau zum Datenabfluss kam, werde derzeit untersucht.
Betroffen sei demnach nur ein kleiner Teil der Kunden, mit denen Feratel bereits in direktem Austausch stehe. In Tirol seien vier von 34 Tourismusverbänden Opfer des Datenmissbrauchs geworden. In Salzburg und der Steiermark seien mehrere Kunden betroffen gewesen. Kärnten, Oberösterreich, das Burgenland und Vorarlberg seien nach aktuellem Wissensstand nicht betroffen.
Die missbräuchlich verwendeten Daten bezogen sich laut Feratel auf zukünftige Buchungen, bei denen eine Telefonnummer des Gastes hinterlegt war. Für die offenbar betrügerischen WhatsApp-Nachrichten seien diese Kontaktdaten genutzt worden. Kreditkarten- oder andere Zahlungsdaten seien nicht abgerufen worden.
Feratel informierte nach eigenen Angaben vorsorglich alle Kunden. Das Unternehmen hat externe Datenforensiker hinzugezogen, die gemeinsam mit den eigenen IT-Experten an der Aufklärung arbeiten. Laut einem Onlinebericht erhielten Betrugsopfer Nachrichten mit Daten einer Buchungsbestätigung und wurden aufgefordert, über einen Link die Buchung zu bestätigen.
Der Vorfall betrifft damit einen sensiblen Bereich der Tourismuswirtschaft: Buchungs- und Kontaktdaten sind für Anbieter und Destinationen zentrale Arbeitsgrundlage, zugleich aber ein mögliches Ziel für Missbrauch. Für Feratel, das als international tätiger Komplettanbieter für digitales Destinationsmanagement und Tourismus-IT auftritt, steht damit auch das Vertrauen seiner Kunden in die Datensicherheit im Fokus.













