Im Grazer Literaturhaus ist Zoltan Danyi als neuer Stadtschreiber vorgestellt worden. Mit den Insignien des Amts ausgestattet, trat der Autor seine Funktion offiziell an. Danyi gehört zur ungarischen Minderheit in der Vojvodina in Serbien, wo er schreibt und Rosen züchtet.
In seinen Romanen setzt sich Danyi mit den persönlichen und psychischen Folgen des Balkan-Konflikts auseinander. Für die Jury war die Entscheidung eindeutig. Jurorin Silvana Cimenti sprach von einem „gewaltigen Schreiben“ und verwies auf mehrere Ebenen seines Werks sowie auf seinen Schreibstil, der Lesende nicht mehr loslasse.
Danyi kam von der Lyrik und hat in den vergangenen Jahren zwei mehrfach ausgezeichnete Romane veröffentlicht. In „Der Kadaverräumer“ verarbeitet er den Balkan-Krieg, ein Thema, das er nach eigenen Worten lange von sich weggeschoben hatte. Erst als ihn sein Körper dazu zwang, darüber zu schreiben, fand er nach eigener Darstellung seine literarische Stimme.
Auch im „Rosenroman“ greift Danyi die Traumata des Jugoslawien-Krieges auf. Der neue Stadtschreiber verbindet damit biografische und historische Erfahrungen mit literarischer Arbeit, die nun in Graz offiziell gewürdigt wurde.













