Seit dem Großglockner-Unglück teilen zahlreiche Frauen in den sozialen Medien unter dem Schlagwort „alpine divorce“ extreme Wander-Erlebnisse mit ihren Partnern. Der Begriff steht für Situationen, in denen gemeinsame Touren am Berg für Beziehungen zur Belastungsprobe werden und eskalieren können.
Eine erfahrene Bergführerin, Andrea Tupi, kennt das Phänomen nach eigenen Angaben: Männer nehmen Frauen demnach mitunter auf zu schwere Touren mit, um ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Der Umgang mit Überforderung, Rücksicht und gegenseitiger Unterstützung wird damit zum Kern des Problems.
Was hinter dem Begriff steckt
„Alpine divorce“ verweist auf eine Kurzgeschichte von Robert Barr, in der ein Ehepaar durch gegenseitigen Hass verbunden ist. Heute wird der Ausdruck in einem anderen Zusammenhang verwendet: Er beschreibt Konflikte und Spannungen, die bei Bergtouren sichtbar werden oder sich dort verschärfen.
Nach den geschilderten Erfahrungen spielt dabei auch eine Rolle, dass Empathie häufig als Schwäche ausgelegt wird. Zugleich fehlt es laut den genannten Erfahrungen oft an der Bereitschaft, auf überforderte Partner Rücksicht zu nehmen.
Grenzen erkennen, bevor es gefährlich wird
Als zentral gelten Vorbereitung und das Erkennen der eigenen Grenzen. Wer sich am Berg übernimmt, kann nach den beschriebenen Erfahrungen schnell in gefährliche Situationen geraten. Das Thema gewinnt durch die vielen persönlichen Berichte in den sozialen Medien zusätzliche Sichtbarkeit.














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