Menschen mit Cochlea-Implantat nehmen nach einer erfolgreichen Anpassung oft wieder Geräusche wahr, die ihnen zuvor entgangen waren: Vogelgezwitscher ebenso wie das Piepsen von Waschmaschine oder Mikrowelle. Das beschreibt Philipp Zelger, der seit Jahresbeginn die neue Stiftungsprofessur für Experimentelle Audiologie an der Med-Uni Innsbruck innehat und die Technologie des elektrischen Hörens dort weiterentwickelt.
Zelger arbeitet mit Trägerinnen und Trägern von Cochlea-Implantaten daran, das Hörerlebnis besser zu erforschen. Dazu setzt er nach Angaben der Universität auf EEG und Rundum-Lautsprecher. Ziel ist es, die Wahrnehmung von Menschen mit dem Implantat wissenschaftlich genauer zu untersuchen.
Die Hörimplantate gelten als eine Erfindung aus Österreich. Entwickelt wurde die Technologie in den 1970er-Jahren von Ingeborg Hochmair-Desoyer und Erwin Hochmair, die später auch das Medizintechnik-Unternehmen Med-El gründeten. Das Unternehmen mit Sitz in Innsbruck finanziert die neue Professur, die Zelger zu Jahresbeginn angetreten hat.
Der 42-jährige Südtiroler schildert, dass Patientinnen und Patienten nach dem Funktionieren des Implantats häufig überrascht seien, welche Geräusche in ihrem Alltag plötzlich hörbar werden. Vor der Operation hätten sie diese Töne nicht wahrgenommen. Für die Forschung an der Med-Uni Innsbruck ist genau dieses Hörerlebnis der Ausgangspunkt.














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