Am Gardasee hat sich das Wasser nach 20 Jahren wieder vollständig durchmischt. Ausgelöst wurde das seltene Naturereignis in den vergangenen Wochen vor allem durch heftige Nordwinde, die über den See im Trentino fegten. Für das empfindliche Ökosystem ist dieser Vorgang von großer Bedeutung.
Das mehrere Hundert Meter tiefe Gewässer konnte dadurch so stark zirkulieren, dass sich die Wasserschichten komplett vermischten. Sauerstoffreiches Wasser sank ab, während nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben stieg. Ein solcher Austausch ist für tiefe Seen nicht selbstverständlich.
Wichtiger Vorgang für Fische und Mikroorganismen
Für Fische und Mikroorganismen ist die Durchmischung lebenswichtig. Zugleich bringen die aufsteigenden Nährstoffe und Spurenelemente Bewegung in die Nahrungskette und tragen dazu bei, den See ökologisch stabil zu halten. Der Vorgang gilt als natürlicher Neustart für das Gewässer.
Unter normalen Umständen mischt sich das Wasser in tiefen Seen wie dem Gardasee nur teilweise. Erst wenn Kälte und Wind zusammenkommen, kann es zu einem vollständigen Austausch kommen. Dass dies am Gardasee nun wieder passiert ist, wurde seit 2006 nicht mehr beobachtet.
Der seltene Vorgang fällt in eine Phase, in der Wetterextreme, Hitzewellen und lange Dürreperioden die empfindlichen Ökosysteme in den Alpen belasten. Am Gardasee sorgt das Zusammenspiel der Wetterbedingungen nun aber für einen seltenen Moment der Entlastung.













