TagesPlus.at

Aktuelle Nachrichten aus Österreich und der Welt

Krisenvorsorge und KI-Abhängigkeit: Warum Gesellschaften zu langsam reagieren

Redaktionelle Szene zum Thema „Krisenvorsorge und KI-Abhängigkeit: Warum Gesellschaften zu langsam reagieren“

Gesellschaften tun sich nach Einschätzung von Bestsellerautor Marc Elsberg und dem sicherheitspolitischen Berater Thomas Starlinger schwer, sich rechtzeitig auf angekündigte Krisen wie den Klimawandel oder die KI-Abhängigkeit vorzubereiten. In der aktuellen Ausgabe von „Wiener Wissen“ sprechen die beiden über die Frage, warum das Wissen über solche Risiken vorhanden ist, die Vorbereitung darauf aber nicht.

Starlinger sagte, es gebe „keine Kultur des strategischen Denkens“, was in Zukunft passieren könne. Man schaue „viel lieber in den Rückspiegel“, so der frühere Verteidigungsminister. Elsberg verwies auf „Netze von Abhängigkeiten“, in denen Gesellschaften verstrickt seien. Was derzeit etwa bei Künstlicher Intelligenz passiere, sei „ein Gang ins Desaster“ und eine „Bündelung von Macht in ganz wenigen Händen“.

Starlinger pflichtete dem bei und sagte, selbst die klügsten KI-Ingenieure wüssten nicht mehr, was in den „Black-Boxen“ abgehe. Damit beschreiben die beiden eine Entwicklung, bei der technologische Systeme immer schwerer durchschaubar werden, während ihre Bedeutung für Alltag und Gesellschaft zunimmt.

Auf die Frage, ob Regierungen und Gesellschaft bereit seien, ihr Verhalten zu ändern und Abhängigkeiten zu durchbrechen, zeigte sich Starlinger grundsätzlich zuversichtlich. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er. Gleichzeitig betonte er aber, dass deutlich schneller gehandelt werden müsse: „Wir müssen aufs Gaspedal drücken.“

Die Aussagen zielen auf ein bekanntes Problem der Krisenvorsorge: Der Umgang mit langfristigen Gefahren scheitert aus Sicht der beiden nicht am fehlenden Wissen, sondern an der fehlenden Umsetzung. Gerade bei Themen wie Klimawandel und KI-Abhängigkeit bleibe die Vorbereitung hinter den Erkenntnissen zurück.