Nahe der dänischen Stadt Aarhus haben Archäologen eine 100.000 Quadratmeter große Wikinger-Textilfabrik ausgegraben. Die Anlage mit mehr als 80 Grubenhaus-Werkstätten stammt aus dem 7. bis 10. Jahrhundert und erweitert das Bild der Wikinger um eine bislang wenig beachtete Produktionsseite.
Auf dem Gelände fanden die Forscher Spinnwirtel und Webgewichte. Diese Funde belegen, dass dort im großen Maßstab Textilien hergestellt wurden. Die Werkstätten waren in Grubenhäusern untergebracht, also teilweise in den Boden eingetieften Arbeitsräumen, wie sie aus der Epoche bekannt sind.
Hinweise auf organisierte Produktion
Nach Einschätzung von Experten war die Herstellung Teil eines großen internationalen Handelsnetzwerks. Der Fund deutet darauf hin, dass die Wikinger nicht nur für Raubzüge, Kolonisierung und Eroberungen bekannt waren, sondern auch über eine gut organisierte Wirtschaftsstruktur verfügten.
Die Ausgrabung lässt damit eine andere Seite der Nordmänner erkennen. Die nun freigelegte Anlage zählt nach Angaben aus dem Fundzusammenhang zu den größten bekannten Produktionsstätten dieser Art aus der Wikingerzeit.













