Im Weinviertel könnten stillgelegte Erdöl- und Gasbohrlöcher künftig für Geothermie genutzt werden. In der Region, die seit Jahrzehnten als „Texas von Österreich“ bezeichnet wird, wurden seit Beginn der Ölproduktion vor knapp einem Jahrhundert mehr als 4.000 Bohrlöcher gebohrt.
Nun sieht ein Projekt die Chance, einen Teil dieser Infrastruktur nach dem Ende der Kohlenwasserstoffförderung neu zu verwenden. Weil die Produktion stetig sinkt, werden einige Bohrlöcher von der Industrie bald nicht mehr genutzt. Ziel ist es, sie für geothermische Anwendungen umzurüsten.
Rund 100 Bohrlöcher im Weinviertel geeignet
Im Rahmen des TRANSGEO-Projekts, an dem die GeoSphere Austria maßgeblich beteiligt war, wurden geeignete Sedimentbecken mit Öl- und Gasproduktion untersucht, darunter das Pannonische Becken, das Molasse- und das Norddeutsche Becken. Über drei Jahre liefen Machbarkeitsstudien in acht Testregionen in Deutschland, Ungarn, Slowenien, Kroatien und Österreich.
Für das Weinviertel kommt die Studie demnach auf etwa 100 Bohrlöcher, die sich nach ihrem Produktionsende für eine geothermische Nutzung eignen. Geologin Monika Hölzel von der GeoSphere Austria verweist darauf, dass je nach Standort und Tiefe die Beschaffenheit des geologischen Untergrundes und die Wärmeleistung variieren.
Die Bohrlöcher könnten als tiefe Wärmetauscher oder Untergrund-Wärmespeicher eingesetzt werden. Auch die Nutzung heißen Wassers zum Heizen oder zur Stromerzeugung ist vorgesehen.
Die Tiefenbohrungen haben im Weinviertel eine lange Tradition. Am 31. Mai 1983 wurde die Bohrung „Zistersdorf Übertief2a“ mit einer Tiefe von 8.500 Metern beendet.














Leave a Reply