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Das Geheimnis des Altersklangs in der Musik

Redaktionelle Szene zum Thema „Das Geheimnis des Altersklangs in der Musik“

Manchen Musikerinnen und Musikern gelingen noch mit über 90 wahre Wunder. Der Blick auf diese späte Alterskunst zeigt laut dem vorliegenden Material ganz eigene, teils längst versunkene Tugenden, die ihren besonderen Reiz ausmachen.

Ein Beispiel dafür ist der Pianist Mieczyslaw Horszowski. Er war 96 Jahre alt, als er im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses einen Klavierabend gab. Auf dem Programm standen Bach, Mozart und Chopin. Die Hochachtung für den alten Mann, der vorsichtig zum Flügel ging, steigerte sich nach den ersten Tönen nach Angaben des Materials rasch zu staunender Bewunderung. Nicht nur dass er noch spielte, sondern wie er spielte, wurde dort als bemerkenswert beschrieben.

Horszowski war in der Musikszene kein Unbekannter. Plattensammler kannten seinen Namen, weil er mit Musikern wie dem Geiger Joseph Szigeti und dem Cellisten Pablo Casals aufgenommen hatte. Diese Einspielungen lagen damals jedoch schon ein halbes Jahrhundert zurück. Zugleich lag sein Wien-Debüt fast neun Jahrzehnte zurück: Als zehnjähriges Wunderkind hatte er 1902 im Musikverein debütiert. Das Konzerthaus war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebaut.

Der Text stellt Horszowski damit in eine Reihe von Musikerpersönlichkeiten, deren hohes Alter nicht als Schwäche, sondern als eigene Form von Kunst erscheint. Im Zentrum steht die Frage, welche besonderen Fähigkeiten diese späten Auftritte prägen und weshalb sie als außergewöhnlich wahrgenommen werden. Der Titel verweist auf Weisheit und Freiheit als Qualitäten, die in dieser Alterskunst hörbar werden.

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