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Prozess gegen frühere Direktorin wegen Missständen in Wiener Pflegeheim

Redaktionelle Szene zum Thema „Prozess gegen frühere Direktorin wegen Missständen in Wiener Pflegeheim“

Vor dem Wiener Landgericht steht die frühere Direktorin einer privaten Seniorenresidenz wegen schwerer Missstände in der Pflege unter Anklage. Nach den Vorwürfen sollen in der Einrichtung zwischen 2019 und 2022 17 betagte Bewohner gelitten haben; ihnen seien unter anderem Schmerzen, Aufliegegeschwüre, Gelenkversteifungen und Knochenbrüche zugefügt worden.

Im Zentrum des Verfahrens stehen desaströse Zustände in dem Wiener Pflegeheim: verdreckte Medizingeräte, abgelaufene Medikamente in Schränken und viel zu wenig Pflegepersonal. Laut Anklage soll die ehemalige Leiterin als Verantwortliche auf den Personalmangel nicht reagiert haben. Statt diplomierter Pfleger sollen Heimhilfen die Pflege übernommen haben, obwohl sie dafür nicht qualifiziert waren.

Die Staatsanwältin wirft der Frau vor, Beschwerden aus dem Personal einfach abgetan zu haben. Die Angeklagte sitzt im Saal 303 des Wiener Landl und reagierte im Gerichtssaal laut den vorliegenden Angaben mit Tränen. Sie sagte: „Ich war nicht zuständig.“

Der Fall verweist auf die angespannte Personalsituation in der Pflege, die auch in Österreich als bekanntes Problem gilt. Im konkreten Verfahren geht es nun darum, ob die frühere Direktorin ihre Verantwortung in der Seniorenresidenz vernachlässigt hat und damit die gesundheitlichen Schäden der Bewohner in Kauf nahm.

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