Der Dokumentarfilm Wahlkampf von Harald Friedl begleitet die SPÖ im Umfeld von Andreas Babler und setzt bei einem Ziel an, das die Partei bei der Nationalratswahl 2024 verfehlt hat: Sie wollte „in die Breite kommen“. Am Ende erreichte die SPÖ 21,14 Prozent der gültigen Stimmen, fast genau so viel wie 2019. Babler räumte ein: „Das ist uns nicht gelungen.“
Der Film zeigt den Wahlkampf rund um den SPÖ-Vorsitzenden als Folge von Begegnungen, Gesprächen und Auftritten. Dazu gehören etwa ein Weckerl und ein kurzer Gedankenaustausch unterm Regenschirm. Babler erscheint darin als Politiker bei der Arbeit, dessen Ziel es ist, Menschen für sich zu begeistern.
Breite als unerreichtes Ziel
Im Zentrum steht damit die Frage, wie die SPÖ aus der Enge einer schrumpfenden Stammwählerschaft herauskommen wollte. Der Film verweist auf das frühere Verständnis von „Breite“ in der Partei, das mit den Jahren Bruno Kreiskys und noch halbwegs Franz Vranitzkys verbunden wird. Heute, so die zugrunde liegende Einordnung, ist die SPÖ als eine der beiden traditionellen Staatsparteien der Zweiten Republik nur noch eine Viertelpartei.
Auch Babler selbst bleibt im Film in dieser Spannung sichtbar: In der SPÖ wird der „Andi“, wie ihn seine Anhänger nennen, den Verdacht nicht ganz los, er könne nicht einmal die eigene Partei in ihrer bereits geschrumpften Breite vertreten. Friedls Dokumentarfilm ist dabei nicht unsympathisch, verwechselt aber den Politikbetrieb rund um Babler immer wieder mit Politik selbst.
Damit wird Wahlkampf zu einer Beobachtung über die Inszenierung von Politik und über die Schwierigkeiten der SPÖ, über ihren festen Kern hinaus Menschen zu erreichen. Der Film setzt genau dort an, wo der Anspruch der Partei und das Ergebnis der Wahl auseinandergefallen sind.














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