Oberösterreich weist nach aktuellen Messungen die höchste Belastung mit der Chemikalie TFA im Trinkwasser aller Bundesländer auf. Besonders hohe Werte wurden unter anderem in Enns, Linz und Katsdorf festgestellt. Akut gesundheitsschädlich sind die gemessenen Konzentrationen derzeit nicht.
TFA, Trifluoressigsäure, gilt als extrem langlebiges Abbauprodukt sogenannter Ewigkeitschemikalien. Es kann unter anderem aus Pflanzenschutzmitteln, Kühlmitteln oder industriellen Prozessen entstehen und über Böden sowie Grundwasser ins Trinkwasser gelangen.
Belastung hat laut Studie zugenommen
Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Med-Uni warnte bei der Präsentation der Daten, dass die Belastung in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen habe. Auch wenn derzeit keine unmittelbare Gesundheitsgefahr bestehe, sei die Entwicklung ein klares Warnsignal. Ohne Gegenmaßnahmen könne sich das Problem weiter verschärfen.
Die Daten stammen aus einer Studie der Umweltschutzorganisation Global 2000. Als eine mögliche Hauptquelle gelten fluorierte Pflanzenschutzmittel. Gerade deshalb steht auch die Landwirtschaft zunehmend im Fokus.
Landwirtschaft verweist auf andere Quellen
Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich betonte jedoch, dass die vorliegenden Untersuchungen laut den Autoren selbst nicht repräsentativ seien und kein akutes Gesundheitsrisiko zeigten. Zudem verwies die Kammer darauf, dass TFA auch aus anderen Quellen wie Kühl- und Klimatechnik oder industriellen Anwendungen stammen könne.
Der Einsatz belastender Pflanzenschutzmittel werde durch strengere EU-Vorgaben bereits reduziert. In der Studie wird zugleich eine umfassendere Ursachenforschung gefordert.













