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Roland Weißmann und die Frage nach der beschädigten Ehre

Redaktionelle Szene zum Thema „Roland Weißmann und die Frage nach der beschädigten Ehre“

Die Veröffentlichung von Chats und Telefonprotokollen rund um Roland Weißmann hat nach Ansicht des Falls die bürgerliche Existenz des früheren ORF-Generaldirektors beschädigt. Weißmann ist nach dem Ende seiner Funktion nicht mehr Generaldirektor des ORF, sondern Privatmann; auch als Abteilungsleiter wurde er gekündigt. Der Fall beschäftigt weiter, weil er trotz eines „Freispruchs“ durch die Compliance-Kommission des ORF neue Fragen aufwirft.

Der Ausgangspunkt bleibt dabei eindeutig: Weißmann trat nach der Entscheidung der Kommission selbstbewusst auf und suchte die öffentliche Auseinandersetzung. Er veranstaltete ohne Not eine Pressekonferenz in zwei Teilen und gab Sonntagsinterviews in der „Kronen Zeitung“ und im „Kurier“. Gerade das wird als bemerkenswert beschrieben, weil er wusste, was er geschrieben hatte, und zugleich mit Glück bei der Compliance-Kommission noch einmal durchkam.

In der politischen und öffentlichen Wahrnehmung geht es damit nicht nur um die inneren Abläufe im ORF, sondern auch um die Folgen für die betroffene Person. Die Veröffentlichung der Nachrichten machte Weißmann endgültig zu einem Fall über den Rahmen des Unternehmens hinaus. Der Vorwurf, der dabei mitschwingt, ist nicht juristischer Natur, sondern betrifft den Umgang mit der eigenen Lage und die Entscheidung, die Auseinandersetzung öffentlich zu verschärfen.

Als Erklärung für dieses Verhalten bleiben nach der Darstellung zwei Möglichkeiten: Entweder habe Weißmann ein Stück weit den Bezug zur Realität verloren. Oder er habe sich derart ungerecht behandelt gefühlt, dass er nicht anders konnte. Der Fall ist damit weiterhin von offenen Fragen geprägt und zeigt, wie rasch eine ORF-intern begonnene Affäre politische und persönliche Dimensionen annimmt.

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