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Ganymed-Projekt führt Publikum mit Hocker durchs Otto Wagner Areal

Redaktionelle Szene zum Thema „Ganymed-Projekt führt Publikum mit Hocker durchs Otto Wagner Areal“

Seit Samstag führt Jacqueline Kornmüllers neues Ganymed-Projekt im Otto Wagner Areal das Publikum auf einem geheimnisvollen Plan und mit Klapphockern durch ein Stationentheater. An noch zehn weiteren Abenden wandern dabei Hundertschaften einander fremder Personen durch das Areal.

Das Konzept setzt auf Warten als Teil des Erlebnisses. Wer sich einreiht, erlebt zunächst Minuten des Stillstands, bevor sich Türen öffnen und der Weg weitergeht. Die Besucherinnen und Besucher begegnen dabei nicht nur den Stationen des Theatergangs, sondern auch einander – mit der Frage, wer unter den Mitwartenden wohl später neben einem Platz nimmt.

Das Projekt knüpft an die Form des Stationentheaters an und macht sie für das Otto Wagner Areal zum passenden Rahmen. Schon die Beschreibung des Zugangs deutet auf eine eigentümliche Mischung aus Verunsicherung, Neugier und Aufmerksamkeit für das Umfeld hin. Die Inszenierung lebt damit weniger von einem klassischen Bühnenraum als von der Bewegung durch das Areal selbst.

Im Zentrum steht die Frage, was dieses Warten mit dem Publikum macht. Es kann zur Qual werden, aber auch Augen und Ohren öffnen. Genau darin liegt der Reiz von Kornmüllers neuem Ganymed-Projekt: Es verbindet den Ort, die Form des Stationentheaters und die Erfahrung des gemeinsamen Unterwegsseins zu einem Theaterabend, der sich nicht mit einem einfachen Ablauf begnügt.

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