Der Presserat hat im Vorjahr mehr als 500 Fälle behandelt, darunter rund 100 Beschwerden zum Amoklauf in Graz. Geschäftsführer Alexander Warzilek betonte dabei, der Opferschutz stehe an erster Stelle. Medien sollten nach seiner Einschätzung auch die Gefahr von Nachahmung stärker berücksichtigen.
Nach dem Amoklauf seien rasch Videos von Schülern kursiert, was zu zahlreichen Eingaben beim Presserat geführt habe. Der Fall habe den Presserat damit in besonderem Ausmaß beschäftigt. Im Zentrum stand nach Angaben des Rates die Frage, wie Berichte über eine solche Tat veröffentlicht werden können, ohne Betroffene zusätzlich zu belasten.
Der Presserat empfiehlt Redaktionen deshalb eine Checkliste, um ethische Leitlinien einzuhalten und den Druck zur schnellen Veröffentlichung zu mindern. Mit diesem Instrument sollen journalistische Entscheidungen in sensiblen Fällen geordnet werden.
Im Tätigkeitsbericht ging es zudem um die Einhaltung des Ehrenkodex der österreichischen Presse. Die Zahl der Verstöße ging laut Presserat leicht zurück. Als führendes Negativbeispiel wurde die „Kronen Zeitung“ genannt.














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