Gaito Gasdanows Erzählungen sind von seinen Erfahrungen in Krieg und Exil geprägt. In Pariser Cafés der 1920er-Jahre hörte man an vielen Tischen Russisch; rund 50.000 Emigranten, deren Leben in der Sowjetunion bedroht gewesen wäre, hatten die Revolution in die französische Metropole gespült.
Auch in Gasdanows Prosastück „Prinzessin Mary“ ist dieses Milieu präsent. Ein Akzent dringt an das Ohr des Ich-Erzählers, der sich in Paris mit einem emigrierten Autor anfreundet. Dieser überlässt ihm das Typoskript eines Romans, dessen „Armut der Sprache“ zwar auf der Hand lag, der aber zugleich mit einem „ungewöhnlichen Reichtum an Details“ und mit deutlicher Liebe zu einem Thema geschrieben war, das „kein Dutzend Zeilen verdient hätte“.
Der Text macht damit ein zentrales Moment von Gasdanows Schreiben sichtbar: die genaue Beobachtung des Exildaseins und seiner sprachlichen wie sozialen Verschiebungen. Im Bild der Pariser Kaffeehäuser, in denen sich Russisch und ein fehlerhaftes Französisch mischen, verdichtet sich die Erfahrung einer zerstreuten, aber dennoch zusammenhängenden Emigrantenszene.
Gasdanow selbst musste nach seinem Pariser Exil oft in der Metro oder auf Parkbänken nächtigen. Diese Biografie schärft den Blick auf die Erzählungen, in denen Krieg, Flucht und materielle Not nicht als Rand, sondern als prägende Bedingungen der Literatur erscheinen.














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