Die Berliner Philharmoniker sind erstmals im Haydn-Saal von Schloss Esterházy in Eisenstadt aufgetreten. Das Europakonzert mit Chefdirigent Kirill Petrenko und Cellist Gautier Capuçon fand am 1. Mai 2026 statt, einen Tag vor dem Gastspiel im Wiener Musikverein.
Für die programmatische Verbeugung vor Joseph Haydn wählten die Berliner nicht eines seiner Cellokonzerte, sondern Tschaikowskys Rokokovariationen. Vor das für die Tournee ohnehin vorgesehene Programm setzte das Orchester lediglich eine kurze Haydn-Ouvertüre, Hob. 1a/7.
Gerade diese Ouvertüre markierte den Bezug zum Ort und zum Namensgeber des Saals. Sie stand am Anfang eines Abends, der laut der Besprechung die Wiener Klassik als Gegenstand einer sorgfältig kalkulierten Auseinandersetzung nahm. Haydn gilt dabei als ihr Gründervater.
Petrenko und seine Musiker verbanden die Ouvertüre mit einer prägnant geschliffenen Phrasierung und einer bis ins Detail ausgehörten Spielweise. Mit Capuçon als Solisten stand anschließend ein Werk auf dem Programm, das nicht auf historische Nähe, sondern auf eine eigenständige musikalische Gegenwart setzte.
Der Auftritt der Berliner Philharmoniker im prunkvollen Haydn-Saal war damit weniger eine museale Hommage als eine bewusst gesetzte Gegenüberstellung von Ort, Tradition und Tourneeprogramm.














Leave a Reply