Vor mehr als 500 Jahren pries Erasmus von Rotterdam in seinem „Lob der Torheit“ die Narretei als Quelle der Lebensfreude und des Zusammenhalts. Der Gedanke wird in einem aktuellen Beitrag erneut aufgegriffen, der die Torheit gegen den Anspruch auf Höchstmaß an Anständigkeit stellt.
Der Text verweist darauf, dass es heute oft schon genügt, wenn irgendwo ein nebuloser Vorwurf im Raum steht. Von Wien bis Salzburg reiche der Verdacht, dass etwas nicht in Ordnung sei. Mangelndes Wohlverhalten oder der Anschein unangemessenen Verhaltens würden neuerdings zu roten Linien, die keiner sieht und die über Schicksale entscheiden.
Vom Maßstab der Torheit
Damit stellt der Beitrag einen Kontrast her: Die Nachfrage nach „patentierten Mustermenschen“ scheine zu wachsen, während die Torheit als Gegenentwurf an Bedeutung gewinne. Erasmus hatte die Narretei einst nicht als Makel, sondern als Kraft beschrieben, die Menschen Lebensfreude und Zusammenhalt gebe.
Der Text knüpft an diese alte Pointe an und nutzt sie als Kritik an einer Zeit, in der schon der bloße Anschein eines Fehlverhaltens Folgen haben kann. Die Torheit wird damit nicht als bloße Albernheit dargestellt, sondern als Gegenpol zu einem öffentlichen Klima, das immer stärker auf Konformität und makelloses Auftreten drängt.














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