Drei Todesfälle auf dem Expeditionsschiff „MV Hondius“ im Atlantik sorgen international für Aufsehen. Auf dem zwischen Argentinien und Kap Verde unterwegs gewesenen Kreuzfahrtschiff starben drei Menschen, mindestens drei weitere erkrankten teils schwer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte, dass zumindest ein Fall von Hantavirus nachgewiesen wurde; die Ermittlungen laufen.
Nach Angaben der WHO werden derzeit Laboranalysen und epidemiologische Untersuchungen durchgeführt, um die genaue Ursache und mögliche Übertragungswege zu klären. Damit steht vor allem die Frage im Raum, wie es an Bord zu einem solchen Ausbruch kommen konnte. Der britische „Guardian“ berichtete unter Berufung auf die WHO, dass detaillierte Untersuchungen andauern.
Was Hantaviren auszeichnet
Für Fachleute ist der Fall ungewöhnlich, weil Hantaviren normalerweise nicht in diesem Zusammenhang auftreten. Die Krankheit wird vor allem mit dem Kontakt zu infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen in Verbindung gebracht. Dass sich auf einem Kreuzfahrtschiff mehrere schwere Erkrankungen und Todesfälle mit einem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch verbinden, gilt deshalb als bemerkenswert.
Die Frage nach der Übertragung des Virus muss nach Einschätzung der Experten rasch geklärt werden. Nur so lässt sich einordnen, wie groß die Gefahr für weitere Menschen an Bord oder in ähnlichen Situationen sein könnte. Bislang ist nach Angaben der WHO gesichert, dass zumindest ein Fall des Virus nachgewiesen wurde; weitere Ergebnisse stehen noch aus.
Der Vorfall lenkt den Blick auf ein Erregerbild, das außerhalb medizinischer Fachkreise wenig bekannt ist, dessen Folgen aber schwer sein können. Dass auf einem Schiff mitten im Atlantik innerhalb kurzer Zeit mehrere Menschen schwer erkrankten und drei starben, macht den Fall für die Wissenschafter besonders relevant. Er könnte neue Erkenntnisse über die Verbreitung und das Auftreten von Hantaviren liefern.













