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Seismologen wollen im Tessin gezielt ein Mini-Beben auslösen

Redaktionelle Szene zum Thema „Seismologen wollen im Tessin gezielt ein Mini-Beben auslösen“

Im Schweizer Kanton Tessin wollen Seismologen in dieser Woche testweise ein Erdbeben auslösen. Mit Wasserdruck soll im Gotthardmassiv das Gestein in Bewegung gebracht werden, um vor, während und nach dem Beben mit Hunderten Sensoren Messdaten zu sammeln.

Das Experiment dient dazu, Muster im Verhalten der Gesteinsschichten zu erkennen, die später für bessere Vorhersagen genutzt werden könnten. Nach den Angaben des Projektleiters Men-Andrin Meier ist dabei nichts zu befürchten. Das Projekt trägt den Namen FEAR, die Abkürzung steht für Fault Activation and Earthquake Rupture.

Meier sprach von einer Magnitude 1. Ein Beben dieser Stärke wäre an der Oberfläche nicht zu spüren; dafür müsste es nach seinen Angaben 200-mal so stark sein. Große Schäden entstehen bei Erdbeben in der Regel erst ab einer Magnitude 5.

Die Forscher erwarten nach eigenen Angaben, durch den Versuch weitere Erkenntnisse über das Verhalten von Gesteinsschichten im Fall eines Erdbebens zu gewinnen. Diese Daten sollen helfen, künftige Erdbeben besser zu prognostizieren. Dass das Experiment versehentlich ein größeres Beben auslöst, gilt laut Projektangaben als sehr unwahrscheinlich.

Bei dem Test soll sich das Gestein im Gotthardmassiv um ein bis zwei Millimeter heben.

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