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Tschernobyl vor 40 Jahren: Warum der Unfall keine „Katastrophe“ im dramatischen Sinn war

Redaktionelle Szene zum Thema „Tschernobyl vor 40 Jahren: Warum der Unfall keine „Katastrophe“ im dramatischen Sinn war“

Vierzig Jahre nach dem Atomunfall von Tschernobyl ordnet der Naturwissenschafter Christian Mähr das Ereignis als Unfall und nicht als Katastrophe ein. Der Anlass war der Reaktorunfall von 1986, der Tod und Leid brachte, nach seiner Analyse aber keine Wendung der weiteren Entwicklung auslöste.

Mähr widerspricht damit dem geläufigen Begriff „Atomkatastrophe“. Eine Katastrophe sei im dramatischen Sinn das Ereignis, das eine Handlung in eine neue, katastrophale Richtung lenke. Bei Tschernobyl sei das Gegenteil geschehen, schreibt er: Es sei „alles weiter im alten Stil“ gegangen.

Als Folge des Unglücks wurden zusätzliche Sicherheitsvorrichtungen eingebaut. Der Artikel verweist darauf, dass ein solcher Begriff aus den ersten Seiten einer Bedienungsanleitung bekannt sei, die viele nicht lesen, obwohl sie es sollten.

Auch der spätere Unfall in Fukushima wird in dem Zusammenhang genannt. Er habe Jahre später zu einer widerwilligen Beschränkung der Atomindustrie geführt, vor allem in Deutschland. Diese Entwicklung habe jedoch nicht lange angehalten. Heute würden Atomkraftwerke sogar als „grün“ gelten, weil sie im Betrieb kein CO2 ausstoßen.

Vier Jahrzehnte nach Tschernobyl steht damit weniger die Frage nach einer dramatischen Zäsur im Vordergrund als die Einordnung des Ereignisses selbst. Für Mähr bleibt es beim Begriff Unfall – trotz der Folgen, die der Reaktorunfall von 1986 für Menschen und Sicherheitsstandards hatte.

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