Die Innviertler Modekette Fussl geht gegen den chinesischen Onlinehändler Temu vor und hofft nach eigenen Angaben auf ein gerichtliches Ergebnis, das für das Unternehmen Klarheit bringt. Auslöser ist der Vorwurf, Temu habe mit der Marke von Fussl geworben. Firmenchef Ernst Mayr äußerte sich dazu in einem Interview und erklärte zugleich, wie er den Widerspruch zwischen dem Streit mit Temu und der eigenen Produktion unter anderem in Asien sieht.
Fussl zählt zu den wachstumsstarken Handelsunternehmen im Land. Das Familienunternehmen aus Ort im Innkreis betreibt nach eigenen Angaben 150 Filialen in Österreich und 50 weitere in Bayern. Zuletzt überschritt der Modehändler die Marke von 200 Millionen Euro Nettoumsatz. Dass ein solcher Händler ins Visier eines internationalen Plattformkonzerns gerät, zeigt auch, wie stark sich der Wettbewerb im digitalen Handel verschärft hat.
Mayr ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Fussl Modestraße. Der Vorfall mit Temu bringt für das Unternehmen die Frage auf, wie Marken im Onlinehandel verwendet werden dürfen. Gleichzeitig verweist Fussl darauf, dass die eigene Produktion nicht ausschließlich in Österreich stattfindet, sondern auch in Asien. Wie beides aus Sicht des Unternehmens zusammenpasst, begründet Mayr nach eigenen Angaben im Interview.
Temu ist als Online-Versandriese aus China in vielen Märkten präsent und steht für ein Geschäftsmodell, das mit großen Sortimentsmengen und niedrigen Preisen verbunden wird. Für Fussl ist der Streit damit auch eine Auseinandersetzung mit einem digitalen Handelsplatz, auf dem Markenpräsenz und Werbung eine besondere Rolle spielen. Der Ausgang der Klage dürfte deshalb nicht nur für das Unternehmen selbst interessant sein, sondern auch für den Umgang mit Marken im Onlinehandel.













