Die AHS-Lehrergewerkschaft fordert Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) auf, seinen Reformeifer auf die Kindergärten zu konzentrieren, statt über Veränderungen in den Gymnasien zu sprechen. Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Wiederkehr trotz heftiger Kritik an Plänen in seinem Bereich festhält.
Ausgangspunkt ist eine Debatte über neue Lehrpläne in den AHS. Wiederkehr will dort Reformen umsetzen, bei denen etwa Latein-Stunden mit Demokratie-Stunden getauscht werden können. Er verweist dabei auf schulautonome Gestaltungsmöglichkeiten. Die AHS-Lehrergewerkschaft reagiert darauf mit Nervosität und bringt nun die Elementarpädagogik ins Spiel.
Dort gebe es tatsächlich einen dringenden Bedarf an mehr Ressourcen, heißt es sinngemäß in dem Zusammenhang. Die Gewerkschaft nutzt dieses Feld jedoch auch als Gegenakzent zur Reformdiskussion im eigenen Bereich. Der Eindruck eines Ausweichmanövers liegt nahe: Statt über Änderungen an den Gymnasien zu sprechen, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Kindergärten.
Unterstützung für das neue Modell kam zuletzt von den AHS-Direktorinnen und Direktoren. Ihre Vertretung um Isabella Zins hielt die Pläne für eine gute Sache. Damit prallen im Bildungsbereich erneut unterschiedliche Interessen aufeinander: auf der einen Seite der politische Reformdruck des Ministers, auf der anderen Skepsis in Teilen der Lehrervertretung.
Wiederkehr setzt seine Linie damit trotz Widerstands fort. Die Auseinandersetzung zeigt zugleich, wie eng Reformen in Schule und Elementarpädagogik politisch miteinander verknüpft werden – auch wenn es inhaltlich um unterschiedliche Bereiche geht.














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