Amnesty International warnt in seinem Jahresbericht 2025/26 vor einer Welt „ohne moralische Orientierung“ und vor einer Zunahme schwerster Völkerrechtsverbrechen. Die Organisation kritisiert Angriffe auf internationales Recht und die Zivilgesellschaft, besonders in der Golf-Region und in der Ukraine.
Der Befund richtet sich auch an Europa. Der Kontinent sei mehr denn je verpflichtet, einen Gegenentwurf zu einer tief zerfurchten Welt zu formulieren, heißt es. Gefordert wird eine gemeinsame europäische Strategie, die auf Vernunft, Völkerrecht und Diplomatie basiert.
In dem Bericht nennt Amnesty International zudem Israel und Russland wegen Völkerrechtsverletzungen. Auch die USA unter Präsident Donald Trump werden für die Missachtung des Völkerrechts kritisiert.
Als Gegenbild verweist die Organisation auf den Widerstand der Zivilgesellschaft. Genannt werden unter anderem die „No Kings“-Proteste in den USA, die trotz der beschriebenen Gefahren Hoffnung auf Veränderung zeigen sollen.
Der Bericht erscheint vor dem Hintergrund einer internationalen Lage, in der nach Einschätzung von Amnesty grundlegende Regeln des Zusammenlebens zunehmend unter Druck geraten. Für die Europäische Union bedeutet das nach dieser Lesart die Pflicht, politisch geschlossen zu handeln und sich klar auf Rechtsstaatlichkeit und Diplomatie zu stützen.














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