Der US-Anbieter Anthropic gewährt nur ausgewählten Partnern aus der Tech-Branche Zugriff auf seine neue KI „Mythos“. Das System sucht automatisch nach IT-Sicherheitslücken und kann damit theoretisch jeden zum Hacker machen. In der Digitalbranche sorgt das für Alarmstimmung, weil Sicherheitslücken in Programmen als Eingangstür für Cyberangriffe gelten.
Bislang war das Aufspüren solcher Schwachstellen in teils Hunderttausende bis Millionen Zeilen umfassenden Programmcodes für Entwickler wie für Angreifer langwierig und ressourcenintensiv. Künstliche Intelligenz verändert diese Dynamik nun deutlich. „Mythos“ übernimmt die Suche nach Lücken automatisch und verschiebt damit die Hürden für den Zugriff auf verwundbare Systeme.
Die Frage ist damit nicht nur, wie stark das System technisch ist, sondern auch, wer es in die Hände bekommt. Anthropic hält den Zugang nach den vorliegenden Angaben bewusst eng und überlässt ihn nur einer kleinen Zahl von Partnern aus der Welt der Tech-Konzerne. Das unterstreicht, wie sensibel solche Werkzeuge inzwischen eingeschätzt werden.
Brisant ist aus digitalpolitischer Sicht auch die internationale Dimension. Die Debatte dreht sich darum, was es bedeutet, wenn die USA über solche Tools verfügen und Europa nicht. Damit rückt die Frage nach technischer Souveränität im Bereich Cybersicherheit erneut in den Vordergrund.














Leave a Reply