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Charles Lewinsky lässt Melnitz wieder erzählen

Redaktionelle Szene zum Thema „Charles Lewinsky lässt Melnitz wieder erzählen“

Charles Lewinsky greift in seinem neuen Roman wieder auf die Figur des jüdischen Filmproduzenten Curtis Melnitz zurück. Mit Eine andere Geschichte erscheint bei Diogenes ein Buch, in dem der 80-jährige Autor an den Roman Melnitz von 2006 anknüpft, der ihn bekannt machte.

Die neue Erzählung setzt im Jahr 1959 ein. Curtis Melnitz blickt auf sein Leben zurück. Jahrzehnte zuvor war er zu Beginn des Jahrhunderts aus Leipzig geflohen. Nicht aus Angst vor dem damals lauernden Antisemitismus, sondern weil er befürchten musste, vor Gericht gestellt zu werden. In Leipzig war er bereits in die noch junge Filmbranche eingestiegen, später gelang ihm der Weg nach Hollywood.

Dort macht er Karriere, doch der Lebensentwurf erfüllt sich für ihn nicht. Der inzwischen 80-Jährige leidet unter Schlafstörungen und Albträumen. Er nimmt Schlaftabletten, die ihn in ein traumloses Nirvana versetzen. Als sein Hausarzt ihm kein Rezept mehr ausstellen will, muss Melnitz zum Psychoanalytiker.

Der Zusammenhang ist klar: Pillen gibt es nur gegen Geschichten. Damit setzt Lewinsky erneut auf eine Figur, über die sich Biografie, Erinnerung und Erzählung verschränken. Eine andere Geschichte ist mit 413 Seiten zum Preis von 27,50 Euro erschienen.

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