Nach dem Drohnenvorfall im rumänischen Galati richtet sich der Blick auf die Reaktion der Nato und der EU. Eine russische Drohne war dort auf ein Hochhaus gestürzt. Nach derzeitigem Stand gilt es als eher unwahrscheinlich, dass es sich um eine bewusste Provokation Moskaus handelte; wahrscheinlicher ist, dass die Drohne von ihrem eigentlichen Kurs abkam.
Politisch brisant ist der Vorfall dennoch. Für Wladimir Putin bietet er die Möglichkeit zu beobachten, wie die Nato auf die Verletzung der Souveränität eines Mitgliedstaats reagiert und wo die Grenze des westlichen Antwortverhaltens liegt. Bleibt die Reaktion aus oder fällt sie nur schwach aus, wäre das für den Kreml ein Signal, dass er in anderen Fällen weitergehen kann.
Nach dem Einschlag in Galati kamen aus den übrigen Nato-Staaten und der EU vor allem Solidaritätsbekundungen für Rumänien. Eine deutlich härtere Antwort ist bislang nicht erkennbar. Genau darin liegt nach Einschätzung des Vorfalls die politische Bedeutung: Moskau kann ausloten, wie weit der Westen bei solchen Grenzverletzungen gehen will.
Dass die Entschlossenheit des Westens auch nach knapp viereinhalb Jahren Ukraine-Krieg begrenzt bleibt, verstärkt diese Wirkung. Der Vorfall in Rumänien wird damit nicht nur zu einer Frage der Luftverteidigung an der Nato-Ostgrenze, sondern auch zu einem Testfall für die politische Abschreckung gegenüber dem Kreml.













