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Hauptmanns „Die Ratten“ im Linzer Schauspielhaus als Spiel aus dem Fundus

Redaktionelle Szene zum Thema „Hauptmanns „Die Ratten“ im Linzer Schauspielhaus als Spiel aus dem Fundus“

Ulrike Arnold hat Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“ im Schauspielhaus des Linzer Landestheaters als Metatheater inszeniert. Sieben Schauspielerinnen übernehmen in der Produktion alle Rollen. Die Komik überlagert dabei die Tragik des Stücks.

Das Bühnenbild von Franziska Bornkamm verlegt das Geschehen in den Kostümfundus des ehemaligen Theaterdirektors Hassenreuther. Statt einer schmutzigen Berliner Mietskaserne zeigt die Inszenierung einen sterilen Raum mit Ordnung, Kälte und Funktionalität. Reihen von Regalen und akkurat geordnete Kleiderstangen prägen das Bild.

Hauptmanns Drama aus den Jahren 1909/10 war bei der Uraufführung wegen seines naturalistischen Blicks auf das Elend der Unterschicht umstritten. In Linz verliert der Stoff diese Wirkung nicht, sondern verschiebt sie in eine Theaterwelt, die selbst zum Schauplatz wird. Das weibliche Ensemble agiert in einer Lageratmosphäre, die den Schwerpunkt der Aufführung auf das Spiel mit Rollen und Wahrnehmung legt.

Die Inszenierung setzt damit weniger auf historische Milieuschilderung als auf die Selbstbeobachtung des Theaters. Der Fundus wird zum Raum, in dem Hauptmanns Figuren erscheinen und zugleich ihre Herkunft aus dem Theaterbetrieb offenlegen. So rückt in Linz nicht nur das Drama selbst, sondern auch seine theatralische Form in den Blick.

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