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Ingrid Thurnher zur ORF-Generaldirektorin gewählt: Abstimmung inmitten der Krise

Redaktionelle Szene zum Thema „Ingrid Thurnher zur ORF-Generaldirektorin gewählt: Abstimmung inmitten der Krise“

Ingrid Thurnher ist zur neuen ORF-Generaldirektorin gewählt worden. In einer langen Sitzung des Stiftungsrats erhielt sie am Donnerstag 31 der 35 Stimmen; drei der der FPÖ zugeordneten Stiftungsräte stimmten gegen sie, es gab eine Enthaltung.

Thurnher setzte sich damit in einer Sitzung durch, die von mehreren brisanten Themen geprägt war. Vor ihrer Wahl musste sie dem Gremium über Stunden Rede und Antwort stehen. Ihre Ernennung bis zum Ende des Jahres war einer der unstrittigen Punkte auf der Tagesordnung.

Deutlich konfliktreicher waren andere Fragen. Im Zentrum stand die Aufarbeitung der Causa Roland Weißmann. Thurnher sollte Details rund um den Rücktritt des ORF-Chefs nach Vorwürfen sexueller Belästigung erläutern. Dabei ging es auch um den Compliance-Bericht, der Weißmann arbeitsrechtlich de facto freisprach.

Zur Sprache kamen außerdem Pius Strobl, Machteliten und das Agieren von Stiftungsräten. Die Abstimmung fiel in eine Phase, in der der ORF als in einer enormen Krise beschrieben wird. Dass bereits die nächste Wahl naht, erhöhte den Druck auf das Gremium zusätzlich.

Nach ihrer Wahl richtete Thurnher ihre Bitte um ein „gemeinsames Vorwärtsgehen“ auch an den Stiftungsrat. Ob sie für die nächste Periode kandidieren wird, sagte sie am Donnerstag nicht.

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