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Marina Vujčićs Roman „Sicheres Haus“ erzählt von Macht und Manipulation in der Ehe

Redaktionelle Szene zum Thema „Marina Vujčićs Roman „Sicheres Haus“ erzählt von Macht und Manipulation in der Ehe“

Marina Vujčić setzt ihren Roman Sicheres Haus mit einem radikalen Satz an: „Du hast deinen Mann getötet.“ Im Zentrum steht Lada, die in der Du-Perspektive erzählt wird und nach eigener Darstellung nicht morden will. Doch in der Geschichte, die sich über knapp 300 Seiten entfaltet, gerät sie in eine Lage, in der ihr schließlich keine Wahl mehr bleibt.

Der Roman schildert eine Ehe, in der ein Universitätsprofessor seine Frau quält und zugleich den sorgenden Vater spielt. Damit verhandelt Vujčić ein Verhältnis von Macht und Manipulation, das den privaten Raum der Familie ebenso betrifft wie die Frage, wie Gewalt in einer Beziehung sichtbar wird. Der Mann ist dabei nicht Opfer, sondern das Todesopfer der Ehe.

Gerade dieser Rollenwechsel verkehrt die gewohnte Perspektive auf Fälle von Partnerschaftsgewalt. Die Geschichte bringt nach der Tat nicht nur die Kriminalitätsstatistik durcheinander, sondern auch die mediale Berichterstattung: Im Mittelpunkt steht nicht das übliche Muster eines Femizids, wie es in der EU in den vergangenen Jahren tausendfach registriert wurde, sondern ein anderer Ausgang einer zerstörerischen Beziehung.

Vujčić erzählt die Entwicklung der Figur Lada nicht als plötzlichen Ausbruch, sondern als langsame Einengung ihres Handlungsspielraums. Der Roman zeigt damit, wie sich persönliche Abhängigkeit, Angst und Kontrolle zuspitzen können. Sicheres Haus ist damit nicht nur eine Kriminalgeschichte, sondern vor allem eine Erzählung über Machtverhältnisse in der Ehe.

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