Österreich hat im Vorjahr knapp 340 Millionen Euro an Familienleistungen für Kinder ausbezahlt, die nicht im Land leben. Davon profitierten Kinder von Eltern, die in Österreich arbeiten, aber in einem anderen EU-Staat wohnen. Neue Zahlen des Finanzministeriums zeigen, aus welchen Staaten die meisten Kinder unterstützt wurden.
Die Regelung geht auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zurück. Österreich hatte 2019 unter der türkis-blauen Regierung von Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache eine Indexierung der Familienbeihilfe eingeführt. Wer in Österreich arbeitet, aber im Ausland lebt, erhielt für Kinder in Staaten mit niedrigeren Lebenshaltungskosten weniger Geld, in teureren Staaten mehr. Der EuGH kippte diese Regelung 2022. Seither bekommen alle Kinder wieder den gleichen Betrag, unabhängig vom Wohnort in der EU.
Die aktuellen Daten machen sichtbar, wie stark Familienleistungen aus Österreich über die Grenzen wirken. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Summe von 340 Millionen Euro, sondern auch die Frage, welche EU-Staaten besonders häufig von diesen Zahlungen profitieren. Die Angaben des Finanzministeriums geben dazu einen Überblick über die Verteilung nach Herkunftsländern der Kinder.
Für die Politik bleibt das Thema heikel, weil es um die Ausgestaltung von Familienleistungen im EU-Binnenmarkt geht. Die Frage, ob und wie stark Zahlungen an den Wohnort im Ausland angepasst werden dürfen, war bereits Gegenstand des Verfahrens vor dem EuGH. Mit den nun veröffentlichten Zahlen liegt erstmals wieder eine aktuelle Grundlage darüber vor, wie viele Kinder außerhalb Österreichs von den heimischen Familienleistungen erfasst sind.














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