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Klimawandel verlagert Leben und Tourismus in den Alpen nach oben

Redaktionelle Szene zum Thema „Klimawandel verlagert Leben und Tourismus in den Alpen nach oben“

Der Klimawandel verschiebt in den Alpen Tiere, Pflanzen und auch den Tourismus zunehmend in höhere Lagen. Darauf weisen die Wirtschaftssoziologin Valentina Ausserladscheider und der Biodiversitätsforscher Stefan Dullinger von der Universität Wien in der aktuellen Ausgabe von „Wiener Wissen“ hin.

Dullinger beschreibt die Alpen oberhalb der Waldgrenze als „den größten zusammenhängenden Naturraum Mitteleuropas, den wir noch haben“. Mit diesem Raum müsse behutsam umgegangen werden. Skipisten hätten durch die Bodenverdichtung aber „größtenteils negative Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen“.

Ausserladscheider, die in ihrer Forschung viel mit Bürgermeistern und Hoteliers spricht, warnt vor überfüllten Regionen in den Bergen. Ein „Overtourism mit Menschenmassen wie in den Dolomiten“ müsse verhindert werden, dort gebe es bereits ein „Hot-Spot-Problem“. Stattdessen müsse stärker auf sanften Tourismus gesetzt werden.

Nach Darstellung Dullingers wandern in den Alpen wegen der Hitze Tiere und Pflanzen nach oben. Das gelte auch für den Tourismus. Pro Grad Klimaerwärmung seien das etwa 200 Höhenmeter. In der Höhe komme es deshalb schon zu Verteilungskämpfen um die knappen Plätze.

Auf die Frage, warum sich Österreich in den vergangenen Jahren besonders stark erhitzt habe, verweist Dullinger auf die geografische Lage des Landes. Österreich liege weit entfernt von großen Wasserflächen wie Meeren oder Ozeanen, die als Temperaturpuffer wirkten. Das Land habe deshalb Kontinentalklima; je weiter östlich, desto stärker. Auch deshalb sei es hier so trocken.