Faulenzen ist nach Ansicht der Bestsellerautorinnen Heike Abidi und Daniela Nagel viel besser als sein Ruf. In ihrem aktuellen Buch werben sie dafür, das schlechte Gewissen beim Nichtstun bewusst zur Seite zu legen. Der Ausgangspunkt ist einfach: Füße hoch, Handy weg und einmal gar nichts tun – für viele klingt das leicht, fällt in der Praxis aber schwer.
Die beiden Autorinnen setzen damit auf ein Thema, das im Alltag vieler Menschen präsent ist: ständiges Funktionieren, Leisten und Optimieren. Nach ihrer Darstellung geht dabei die Kunst des Müßiggangs zunehmend verloren. Wer keine Mails checkt, nicht nebenbei durch Social Media scrollt und auch die Freizeit nicht möglichst sinnvoll nutzt, ist längst nicht mehr die Regel, sondern eher die Ausnahme.
Das schlechte Gewissen als ständiger Begleiter
Genau an diesem Punkt setzen Abidi und Nagel an. Sie erklären, warum Nichtstun nicht automatisch Zeitverschwendung ist und weshalb das eigene schlechte Gewissen beim Faulenzen kein sinnvoller Ratgeber sein muss. Statt jede freie Minute zu verplanen, plädieren sie für bewusste Pausen ohne Ablenkung.
Die Botschaft richtet sich damit gegen einen Trend, der auch die Wahrnehmung von Freizeit verändert hat. Nicht mehr nur Arbeit, sondern selbst Erholung soll möglichst effizient sein. Das, so legen die Autorinnen nahe, macht es vielen schwer, wirklich abzuschalten.
Müßiggang statt Dauerprogramm
Der Gedanke hinter dem Buch ist kein Aufruf zur Untätigkeit im Alltag, sondern zur Entlastung durch gelegentliches Nichtstun. Wer sich Auszeiten nimmt, in denen nichts erledigt, optimiert oder dokumentiert werden muss, bekommt einen Gegenentwurf zum ständigen Leistungsdruck. Genau das soll das „Faultier“ in einem selbst wieder wecken – zumindest hin und wieder.
Abidi und Nagel rücken damit ein Thema in den Blick, das weit über persönliche Vorlieben hinausgeht: die Frage, wie viel Pause Menschen sich noch zugestehen. Ihr Plädoyer lautet klar: Weniger schlechtes Gewissen, mehr erlaubtes Nichtstun.













